Der Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Neben dem richtigen finanziellen Mindset ist auch das Wissen über und Befolgen geltender finanzieller Gesetze ein weiterer elementarer Baustein, um Vermögen und Wohlstand aufzubauen.

Wir starten deshalb auch direkt mit dem wichtigsten aller Gesetze in Puncto Finanzen:

Das Wissen über den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Viel Spaß beim Lesen!

Inhalt

1. Vermögenswert oder Verbindlichkeit?

Hast du dir mal die Frage gestellt, was einer der wesentlichen Unterschiede zwischen den Menschen ist, die gut mit Geld umgehen und denen, die schlecht mit Geld umgehen?

Es ist das Wissen darüber, was ein Vermögenswert und was eine Verbindlichkeit ist.

Nach Robert Kiyosaki, Autor des Bestsellers „Rich Dad, Poor Dad“, ist dies ist nicht nur die wichtigste Regel, die man wissen muss, wenn man Vermögen aufbauen möchte, es ist auch die einzige Regel.

Ich persönlich würde zwar nicht sagen, dass es die einzige finanzielle Regel ist, die man kennen sollte, denn sonst hätten die hier noch folgenden Grundgesetze der Finanzen keine Legitimation. 😉 Aber ich stimme zu, dass es die wichtigste aller Regeln ist.

Was also sind Häuser, Autos, Aktien, ETFs etc.? Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten?

Lass uns dieser Frage nachgehen.

Info
Die folgenden Definitionen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entsprechen nicht den Definitionen, wie sie an Berufsschulen oder Universitäten gelehrt werden.

Es sind praktische Definitionen beider Begriffe, die von Robert Kiyosaki stammen und zeigen, welche wichtigen Unterschiede hinsichtlich des Vermögensaufbaus zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bestehen.

1.1 Was ist ein Vermögenswert?

Die Definition eines Vermögenswertes lautet kurz und knapp:

Ein Vermögenswert ist etwas, das Geld in deine Tasche bringt.

Ein Vermögenswert ist eine Anschaffung oder Verpflichtung, die dir Geld in deine Kasse spült. Er generiert dir einen positiven Geldfluss (engl.: Cashflow).

Vermögenswerte zeichnen sich neben der Generierung von Einnahmen zudem dadurch aus, dass sie in der Regel langfristig im Wert steigen.

Beispiele für Vermögenswerte

In dieser Grafik werden Beispiele für Vermögenswerte und den darauf entstehenden positiven Cashflows genannt.
Beispiele für Vermögenswerte

Vermögenswerte sind also nicht nur die Investment Klassiker, wie Aktien, ETFs oder vermietete Immobilien, sondern genauso geistiges Eigentum, wie Bücher und Hörbücher oder eine Website aus deinem (Neben-)Gewerbe, mit der du Geld verdienst. Alle diese Vermögenswerte generieren dir einen positiven Cashflow.

Jetzt fragst du dich vielleicht zu Recht, wie Bargeld, unverzinste Giro- oder Sparkonten und Rohstoffe einzuordnen sind. Denn diese generieren keinen Cashflow, entziehen dir aber gleichzeitig auch kein Geld. Sie wären demnach weder Vermögenswerten noch Verbindlichkeiten.

Genau hier haben die Definitionen von Robert Kiyosaki ihre Schwäche, da sie nicht vollständig sind. Allerdings ist diese kleine Unschärfe für das grundsätzliche Verständnis von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für den Vermögensaufbau irrelevant.

1.2 Was ist eine Verbindlichkeit?

 

Eine Verbindlichkeit ist etwas, das dir Geld aus der Tasche zieht.

Eine Verbindlichkeit ist eine Anschaffung oder Verpflichtung, die dir einmalig oder laufend Geld entzieht, ohne dass sie selbst Geld generiert. Verbindlichkeiten haben also einen negativen Cashflow und verringern dein Vermögen. 

Alle Sachen, die mehr Geld kosten als sie dir in der Summe einbringen sind somit Verbindlichkeiten.

Verbindlichkeiten erfahren in der Regel über die Zeit einen Wertverlust.

Beispiele für Verbindlichkeiten

In dieser Grafik werden Beispiele für Verbindlichkeiten und den daraus entstehenden negativen Cashflows genannt.
Beispiele für Verbindlichkeiten

Wenn du dir ein Auto kaufst, dann legst du dir damit eine Verbindlichkeit zu. Denn neben den Kosten für die Erstanschaffung verursacht ein Auto laufende Kosten, wie Benzin, Versicherung, Reinigung und Wartung.

Ein Auto zieht dir Geld aus deiner Tasche (negativer Cashflow) und mindert dein Vermögen. Zudem sinkt der Wert eines Autos über die Nutzungszeit (Ausnahme: Oldtimer).

Ein kontrovers und emotional diskutierter Sonderfall einer Verbindlichkeit ist die selbstgenutzte Immobilie.

Befürworter einer selbstgenutzten Immobilie betrachten diese als Vermögenswert, da sie durch die Tilgung des Immobilienkredits Vermögen aufbauen und Immobilien zudem historisch betrachtet im Wert steigen. Diese Darstellung ist durchaus richtig und hat daher auch ihre Berechtigung.

Fakt ist auf der andere Seite auch, dass Eigentümern einer Immobilie kein direktes Geld durch das Wohnen zufließt, ihnen allerdings Kosten durch das Wohnen (Zins, Instandhaltungskosten, Grundsteuer etc.) entstehen. Gemäß obiger Definition handelt es sich damit um eine Verbindlichkeit.

Zu einem Vermögenswert wird eine selbstgenutzte Immobilie nach Kiyosaki‘s Definition nur dann, wenn sie mit Gewinn verkauft oder (in Teilen) vermietet wird.

Ohne diesen Sonderfall selber bewerten zu wollen, nehmen wir deshalb in diesem Beitrag an, dass es sich bei der selbstgenutzten Immobilie um eine Verbindlichkeit handelt.

1.3 Auswirkungen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auf deinen Geldbeutel

Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, fasst der folgende stark vereinfachte und nicht vollständige Auszug aus einer privaten Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung die Auswirkungen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zusammen.

Auch hier gilt wieder der Zusatz, dass die Grafik nicht den fachlichen Inhalten entspricht, wie sie an Berufsschulen oder Universitäten gelehrt werden.

Die Grafik zeigt die Wirkungsweisen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auf die eigene Gewinn und Verlustrechnung.
Wirkungsweisen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Dennoch veranschaulicht die Grafik symbolisch, welche Auswirkungen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf deinen Geldbeutel haben.

Vermögenswerte, wie vermietete Immobilien, Aktien und ETFs sorgen durch monatliche Zuflüsse dafür, dass du mehr Geld in deiner Kasse hast und dein Vermögen steigt.

Hingegen verringern Verbindlichkeiten wie ein fremdfinanziertes Eigenheim, ein Auto und Konsumschulden durch monatliche Abflüsse dein Vermögen.

Das Ganze lässt sich auch noch in einer formelähnlichen Darstellung wiedergeben.

Für einen Vermögenswert (A) gilt:

A -> A + B

Aus einem Vermögenswert (A) erhältst du zu einem späteren Zeitpunkt nicht nur den, meist im Wert gestiegenen, Vermögenswert wieder, sondern zusätzlich die positiven Cashflows (B) aus diesem. Sowohl die Wertentwicklung als auch die Cashflows wirken für dich in die richtige Richtung.

Für eine Verbindlichkeit (C) gilt:

C -> C – D

Aus einer Verbindlichkeit (C) erhältst du zu einem späteren Zeitpunkt die, meist im Wert gesunkene, Verbindlichkeit abzüglich der negativen Cashflows (D) aus dieser. Im schlechtesten Fall erhältst du gar nichts wieder, sondern musst noch draufzahlen. Hier wirken sowohl Wertentwicklung als auch Cashflows in die falsche Richtung.

Um letztlich für dich zu identifizieren, ob es sich bei einer Anschaffung oder Verpflichtung um einen Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit handelt, stelle dir folgende entscheidende Frage:

Fließt mir durch die Anschaffung oder Verpflichtung Geld zu oder entzieht sie mir Geld? 

2. Das Geheimnis der Reichen – Kaufe Vermögenswerte, keine Verbindlichkeiten

So simpel und unkompliziert der Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten auch zu sein scheint, es gibt dennoch eine Menge Menschen da draußen, die ihn bis heute nicht begriffen haben.

Dabei hat das Verständnis darüber, was Vermögenswerte und was Verbindlichkeiten sind, finanziell betrachtet gravierende Folgen – positiv wie negativ.

Menschen, denen dieser Unterschied bekannt ist, nutzen ihr Wissen und investieren ihr Geld in Vermögenswerte wie, Aktien, ETFs, Anleihen, Immobilien etc.. Sie erwerben diese Vermögensgegenstände mit dem Zweck das eigene Einkommen und Vermögen langfristig zu steigern und werden in der Folge auch immer reicher.

Menschen, denen dieses Wissen fehlt, geben ihr Geld größtenteils für Verbindlichkeiten aus, denken aber, dass es sich dabei um Vermögenswerte handelt.

Sie „investieren“ ihr Geld in Autos, Fernseher, Klamotten, monatliche Abonnements etc. und verringern hierdurch ihr Vermögen stetig, ohne sich dieser finanziellen Fehlentscheidung bewusst zu sein.

Sie wundern sich, weshalb sie monatlich gerade mal so über die Runden kommen, obwohl sie häufig über ausreichend Geld verfügen, um ein gutes Leben zu führen und dennoch Vermögen aufzubauen.

Diese Menschen haben die Schlichtheit der wichtigsten finanziellen Grundregel nicht verstanden und gehen deshalb schlecht mit ihrem Geld um.

Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht erwerben Verbindlichkeiten, die sie für Vermögenswerte halten. (Robert Kiyosaki)

Was ist also das Geheimnis der Reichen?

Ganz einfach:

Reiche investieren ihr Geld in Vermögenswerte und vermeiden es Geld für Verbindlichkeiten auszugeben. 

Natürlich gehören Verbindlichkeiten zu unserem Leben dazu. Es gibt lebensnotwendige Ausgaben für die Unterkunft, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen etc., die essenziell sind. Diese sind hiermit auch nicht gemeint.

Es geht vielmehr um die vielen unnötigen und teuren o. g. Dinge, die dir das Geld aus der Tasche ziehen und wenig bis gar keinen positiven Einfluss auf dein Lebensglück haben. Im Gegenteil: Sie sorgen dafür, dass du finanzielle Sorgen bekommst.

Wenn du also Vermögen aufbauen willst, dann verinnerliche das 1. Grundgesetz der Finanzen und mach es wie Robert Kiyosaki:

Wenn Sie reich werden wollen, kaufen Sie einfach ihr Leben lang Vermögenswerte. Wenn sie arm sein oder der Mittelschicht angehören wollen, dann kaufen Sie ihr Leben lang Verbindlichkeiten. (Robert Kiyosaki)

3. FAQ

3.1 Wie baue ich Vermögenswerte auf?

Der wichtigste 1. Schritt lautet: Sorge dafür, dass deine monatlichen Einnahmen größer sind als deine Ausgaben. Den Überschuss solltest du zuerst dafür verwenden, um bestehende Konsumschulden wie z. B. Kreditkartenschulden, Ratenkredite oder 0%-Finanzierungen zu tilgen. Erst danach solltest du dein Geld in Vermögenswerte investieren.

3.2 Was sind Beispiele für Vermögenswerte?

Beispiele für Vermögenswerte sind: vermietete Immobilien, Aktien, ETFs, P2P-Kredite, geschriebene Bücher oder ein eigenes Unternehmen.

3.3 Was sind Beispiele für Verbindlichkeiten?

Beispiele für Verbindlichkeiten sind: ein fremdfinanziertes Eigenheim, ein Auto oder andere Konsumschulden (Kreditkartenschulden, Ratenkredite oder 0%-Finanzierungen).

3.4 Welche Vermögenswerte sollte ich kaufen?

Die richtige Auswahl der Vermögenswerte ist individuell und hängt von deinen finanziellen Zielen, deinem aktuellen Nettovermögen und deiner Risikobereitschaft ab. Grundsätzlich solltest du darauf achten, dein Vermögen möglichst breit zu diversifizieren, um somit das Gesamtrisiko deiner Geldanlage zu senken.

3.5 Kann ich mich mit Vermögenswerten vor der Inflation schützen?

Durch Inflation erhöht sich das allgemeine Preisniveau von Waren und Dienstleistungen. Mit steigendem Preisniveau verringert sich faktisch die Kaufkraft deines Geldes. 

Wenn du dieser Geldentwertung entgegenwirken möchtest, solltest du dein Geld in Vermögenswerte investieren, die eine höhere Rendite erwirtschaften als die durchschnittliche Inflationsrate (2,2% in Deutschland über die letzten 40 Jahre).

Um die Frage zu beantworten: Ja, du kannst dich mit Vermögenswerten vor der Inflation schützen. 

3.6 Wie kann ich eine Aufstellung meiner Vermögenswerte erstellen?

Eine Aufstellung der eigenen Vermögenswerte (und Verbindlichkeiten) stellt die Basis einer vernünftigen Finanzplanung dar. In Serie 3 des finanziellen Fundaments gehe ich detailliert auf die Erstellung einer eigenen, kostenlosen Vermögensübersicht ein.

Ich zeige dir hier, alles was du wissen musst, um eine eigene Aufstellung deiner Vermögenswerte zu erstellen.

Wie stehst du zu dem Thema? Investierst du dein Geld bereits in Vermögenswerte?

Ich freu mich auf deinen Kommentar!

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